Akustik

Lärm verursacht Stress

Bereits relativ geringer Lärm begünstigt Stress und beeinträchtigt die Leistungskapazität, fanden amerikanische Psychologen an der Cornell University in Ithaca heraus. Gary Evans, Professor für Umweltpsychologie, kam bei seinen Studien zu dem Ergebnis, dass Beschäftigte in lauten Büros um 40 % seltener versuchten, technische oder fachliche Probleme zu lösen. Sie nehmen im Vergleich zu Personen in ruhigeren Räumen auch nur halb so viele ergonomische Justierungen an ihrem Mobiliar bzw. ihrem Computer vor.

Beschreibung fehlt

der Beschäftigten werden regelmäßig durch Lärm gestört.

Quelle: IBA- / bso-Studie 2015


STÖRQUELLE NR. 1

Häufigste Ursachen für Störungen durch Lärm sind Gespräche von Kollegen und Telefonklingeln. Das Problem: Beide Lärmarten sind impuls- und informationshaltig. Eine Chance, darüber hinwegzuhören gibt es nicht. Das menschliche Ohr ist immer auf Empfang. Hilfreich sind nur raumakustische Maßnahmen, moderne Technik im Bereich Telefonie und eine gute Flächenplanung.


Maßnahmen

Flächen für Schallabsorber
Flächen für Schallabsorber
Flächenplanung und Einsatz von Schallschirmen
Flächenplanung und Einsatz von Schallschirmen
Schallreduzierung durch Kommunikationstechnik
Schallreduzierung durch Kommunikationstechnik

Raumakustische Maßnahmen

Meist führt eine Mischung aus schallabsorbierenden und schallschirmenden Maßnahmen zum Ziel. Aufgrund der großen Fläche bieten sich die Decke und die Wände für schallabsorbierende Maßnahmen an. In den oberen Frequenzbereichen haben auch Teppichböden eine gute Wirkung. Zur Schallschirmung können Raumgliederungswände oder Schränke eingesetzt werden. Diese sind besonders wirkungsvoll, wenn sie mit schallabsorbierenden Oberflächen ausgestattet sind. Ihr großer Vorteil: die Nähe zur Schallquelle.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Expertenseite Raumakustik oder in der IBA-Fachschrift Nr. 8 Raumakustik.


Potenziale der Flächenplanung

Raumakustische Optimierungen beginnen jedoch schon mit der Flächenplanung. Im Zuge einer Aufgaben- und Kommunikationsanalyse wird geklärt, welche Personen abgegrenzte Arbeitsplätze benötigen. Gründe dafür können Tätigkeiten sein, die viel Konzentration oder ein hohes Maß an Vertraulichkeit benötigen. Auch rechtliche Gründe, z. B. im Falle von Betriebsratsbüros, können einen separaten Arbeitsraum erfordern. Für alle anderen Beschäftigten gilt, dass

  • die Arbeitsplätze so angeordnet werden sollten, dass Personen, die viel miteinander kommunizieren, möglichst nah beieinandersitzen;
  • Besprechungs- und Kommunikationszonen abseits der Arbeitsplätze platziert werden;
  • Arbeitsplatzgruppen und Besprechungszonen gut abgeschirmt werden;
  • die Arbeitsplätze nicht zu nah beieinanderstehen.

Kommunikationstechnik

Störungen durch Telefonate können gezielt durch den Einsatz von Technik ersetzt werden. Durch die Nutzung von Headsets ist es möglich, auch bei geringerer Sprechlautstärke verständlich zu kommunizieren. Auch Störungen durch Telefonklingeln können vermieden werden. Eine Alternative sind optische „Klingelsignale” auf dem Bildschirm.

Manchmal hilft aber auch schon gegenseitige Rücksicht.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der neugefassten IBA-Fachschrift Nr. 11 Schall- und Lärmwirkung.